BNE – Bildung für Nachhaltige Entwicklung

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Wald und Waldpädagogik im Kontext „nachhaltiger Entwicklung“ und einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Der Abschlussbericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung im Auftrag der UN, nach seiner Vorsitzenden auch Brundtland-Bericht genannt, fordert 1987 ein Konzept der Nachhaltige Entwicklung (eng. sustainable development): „Wir benötigen ein Konzept globaler Entwicklung, das „die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

Fünf Jahre später fordert die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro1992, auch als Rio-Konferenz oder Erdengipfel bezeichnet, im Abschlusspapier der Agenda 21, Kapitel 36 „Schulbildung, Bewußtseinsbildung und berufliche Aus- und Fortbildung“ eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Vereinten Nationen haben für 2005-2014 die UN-Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen.

Das Konzept der Nachhaltigkeit beinhaltet (nach Gerhard de Haan)

  • Lokale & Globale Gerechtigkeit – Sozio-kulturelle Seite der Nachhaltigkeit
  • Dauerhaft Umweltverträglichkeit - Ökologische Seite der Nachhaltigkeit
  • Zukunftsfähige wirtschaftliche Entwicklung - Ökonomische Seite der Nachhaltigkeit

Der Begriff "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) bedeutet Bildung, die Menschen dazu befähigt, Probleme, die das Leben auf unserem Planeten bedrohen, vorherzusehen, sich ihnen zu stellen und sie zu lösen. Er bezeichnet darüber hinaus eine Bildung, die Werte und Prinzipien fördert, die Basis für eine nachhaltige Entwicklung sind (Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit, soziale Toleranz, Armutsminderung, Schutz und Wiederherstellung der Umwelt, Wahrung natürlicher Ressourcen und gerechte und friedliche Gesellschaften).“

http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/unesco/de/02__BNE/Einf_C3_BChrung.html 31.10.2008; 22:20

"Bildung für nachhaltige Entwicklung“ nach Gerhard de Haan

  • dient dem Erwerb von Gestaltungskompetenz.
  • dient der Befähigung zum mentalen Wandel
  • leistet eine zukunftsfähige Sinnstiftung
  • befähigt zum partizipativen, inter- / und transdisziplinären Handeln

Waldpädagogik leistet Beiträge für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

 

Nachhaltigkeit – historische Quellen:

Ursprünglich kommt der Begriff „Sustainable Development“ oder „Nachhaltigkeit“ aus der internationalen Forstwirtschaft. Bereits im 17. Jhdt. finden sich Belege hierfür bei J. Evelyn (1664): Sylva, or a Discourse of Forest-Trees. London: Zukünftige Generationen (posterity) berücksichtigen. Die jeweils lebende Generation sei nicht für sich allein geboren, „non sibi soli natus“ sondern „born for posterity“ geboren für die Nachkommenschaft/Nachwelt.

In Deutschland schreibt Hans Carl von Carlowitz bereits 1713 in seiner „Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“: „Wird derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.“